On Business Model Innovation

Auf der Suche nach Lesestoff für ein Thema, das mich nach einiger Zeit wieder beschäftigen wird in Zukunft, bin ich auf die HBR’s 10 Must Reads Series gestossen. Die Serie hat mich angesprochen, so dass ich mir das neuste daraus erhältliche Buch gleich bestellt und letzten Monat gelesen habe: On Business Model Innovation.

Per Definition enthält das Buch (und überhaupt die Bücher aus der Serie) nichts Neues; es handelt sich um eine Sammlung von Artikeln, die bereits veröffentlicht worden waren. Aber wenn man sich als Mitglied einer Geschäftsleitung oder eines Verwaltungsrates mal wieder mit Geschäftsmodellen auseinandersetzen muss, ist die Artikelsammlung super, um wieder in das Thema einzusteigen und dabei fruchtbare Anregungen zu erhalten.

 

Nicht nur Lesen bildet

Obwohl MOOCs und ähnliche Formate auch schon über zehn Jahre alt sind, hatte ich bis an Weihnachten noch keinen einzigen solchen Kurs belegt und mich stattdessen vor allem mit Fachbüchern weitergebildet.

Am Stephanstag habe ich mich für den ersten Kurs der Lightbend Reactive Architecture-Reihe angemeldet und in der Zwischenzeit alle sechs abgeschlossen, weil jeder einzelne sehr gut ist und Lust auf mehr macht.

Ich habe die Absicht, früher oder später wieder Online-Kurse zu besuchen (vielleicht sogar wie Programming Reactive Systems mal einen mit fixen Kurszeiten), meine Leseliste dürfte dadurch jedoch kaum kürzer werden.

Digitalisierungsstrategien konkret

Vor vier Tagen fand die vierte ICT-Konferenz statt. Wie vor einem Jahr hatte ich das Vergnügen sie zu moderieren. Und wie jedes Jahr haben die IHK St.Gallen-Appenzell und der Verein IT St.Gallen Mut bewiesen und ein neues Format ausprobiert, obwohl sich schon die Formate der ersten drei Ausgaben bewährt hatten und auf viel Gegenliebe gestossen waren.

Die Zusammenfassung vermittelt einen Gesamteindruck. Den vier Referaten in voller (und mit je 15 Minuten relativ kurzer) Länge zu folgen empfiehlt sich jedoch.

Genetische Algorithmen

Vor 20 Jahren habe ich die erste Semesterarbeit meines Elektrotechnik-Diplomstudiums abgeschlossen: Ein Framework für die Mehrzieloptimierung mit Genetischen Algorithmen. Da ich die Semesterarbeit mit ClarisWorks verfasst hatte, ClarisWorks keine nummerierten Titel unterstützte, ich aber automatisch nummerierte Kapitel und Unterkapitel haben wollte, besteht der Text im Wesentlichen aus einer langen, durchnummerierten Liste, weshalb gewisse Abschnitte so weit eingerückt sind …

Wie auch immer: Um mich aus lauter Jux und Tollerei mal wieder mit genetischen Algorithmen auseinanderzusetzen, werde ich demnächst Genetic Algorithms and Machine Learning for Programmers lesen.

Bin gespannt, ob das Buch so gut ist wie meine Semesterarbeit, die immerhin mit der Bestnote ausgezeichnet worden war. 😏

Four More Years

Als ich vor ziemlich genau vier Jahren (offiziell sogar auf den Tag genau vor vier Jahren) die Squeng AG gegründet habe, habe ich mich in Bezug auf Squengs Technologie-Stapel für Scala als Hauptsprache entschieden und war davon ausgegangen, dass ich dafür Java aufgeben würde. Ein Jahr später zeichnete sich bereits ab, dass ich Java doch noch nicht aufgeben könnte.

Tatsächlich habe ich die letzten vier Jahre sogar mehr in Java programmiert als in Scala, weil ich mehr für Squengs Kundinnen programmiert habe als für Squeng. Deshalb war und ist es mir wichtig, auch in Sachen Java auf dem neusten Stand zu bleiben. Im Moment gelingt mir das am besten mit

Zwar ist Secure by Design nicht ganz so gut wie erhofft, weil die Beispiele in Java implementiert sind, ist es für Java-Entwickler trotzdem lesenswert. Dafür ist ein anderes Buch mit Beispielen in Java nicht nur besser als erhofft, sondern Microservices Patterns ist Pflichtlektüre für alle, die sich mit Microservices auseinandersetzen.

Beyond Budgeting

Bald ist es ein Jahr her seit meiner Ankündigung, mich weiterhin mit Beyond Budgeting auseinanderzusetzen. Diesen Monat habe ich nun endlich Implementing Beyond Budgeting gelesen.

Die Bezeichnung finde ich zwar unglücklich; bis vor wenigen Jahren vermutete ich, dass Beyond Budgeting das Kind mit dem Bade ausschüttet. Und anscheinend vermute(te)n dies auch Dritte [S.25-26]:

„Some of the fear of losing control probably comes from the term Beyond Budgeting itself. […] As a standalone label, many believe the term stands for anarchy and unlimited spending. […] [W]e will continue doing the things a budget tries to do but fails at so miserably. We will still set targets, provide forecasts, and allocate resources. We will even do all of this in a much better way.“

Doch die 12 Prinzipien von Beyond Budgeting sind eine Philosophie, die von viel mehr Unternehmen gelebt werden müsste (siehe auch Zuckerbrot und Peitsche sind passé).

Startups haben dabei einen, na ja, Startvorteil [S.72]:

„Some organizations never needed to change, because they managed to stay true to the agile and entrepreneurial way they started out. […] [O]rganizations are actually born Beyond Budgeting, but most become something else because they believe (and are told) that this way of leading and managing isn’t good enough. Most end up as another big company longing for the agility and humanity they left behind on the growth journey.“

Kurz: Beyond Budgeting bedeutet für das Finanz- sowie das Personalwesen das, was Customer Development für das Entwickeln von Geschäftsmodellen bedeutet und Kanban, Scrum etc. für das Entwickeln von Software bedeuten, nämlich Agilität.
(To whom it may concern: agil heisst NICHT anarchisch, chaotisch, führungslos, planlos, ziellos, …).